Montag, 4. Januar 2010
Nachdem Schst seine Liste der erlernten Programmiersprachen aufgestellt hat habe ich mir ebenfalls mal Gedanken gemacht, welche ich bislang gelernt habe. Wobei das natürlich ein zweischneidiges Schwert ist - einiges ist auch schon wieder vergessen oder von mir nur an der Oberfläche angekratzt wurden.
- 1994 - Turbo Pascal
Im Gegensatz zu vielen anderen die mit Basic begonnen haben war meine erste Programmiersprache Turbo Pascal, das ich sowohl in meiner Freizeit als auch im Informatikunterricht in der Schule genutzt habe. Die wichtigste Anwendung war ein Programm, das meinem Vater die Mühen von MS-DOS abnahm und mit dem er alle seinen genutzten Anwendungen auf Knopfdruck starten konnte: über die autoexec.bat wurde es automatisch gestartet, und das "Beenden" führte zu einem schwarzen Bildschirm mit dem Hinweis, er könne jetzt den Computer ausschalten. Vielleicht hätte ich Letzteres zum Patent anmelden sollen, schließlich hat das Windows 95 mehr oder weniger nachgeahmt. 
- Jahreswechsel 1998/99 - HTML
Jaja, ich weiß, das ist keine Programmiersprache. Aber wie Stephan so schön formulierte: ein einschneidendes Erlebnis.
- 1999 - Eiffel
Eiffel mussten wir im Studium lernen, es begleitete uns zwei Semester lang in der Vorlesung "Algorithmen und Datenstrukturen". Dank Eiffel habe ich erstmals überhaupt kapiert, was es mit Objektorientierung auf sich hat. Es gibt sogar heute noch was Eiffeliges von mir im Netz zu finden: einmal das Programm <estruct />, das wir im Rahmen einer Studienarbeit geschrieben haben und bei dem wir uns freiwillig für eine Implementierung in Eiffel entschieden haben, und zum anderen den Hamster-Programmierwettbewerb unseres Semesters, bei dem ich mit einem Kommilitonen immerhin den 9. Platz bei insgesamt 40 Teilnehmern belegte.
- 1999 - JavaScript
Wer hat das damals nicht gelernt, um es danach für 5 bis 6 Jahre fallen zu lassen und zu Zeiten des Web 2.0 begeistert wieder aufzugreifen?
- 1999 - Java
Ebenfalls für eine Aufgabe im Studium musste ich Java lernen. Was soll ich sagen: ich bin damals grandios gescheitert und habe den Schein nur Dank Durchstolpern und einem großzügig gesinnten Tutor bekommen. Ich glaube damals war Java 1.2 aktuell. Wahrscheinlich gründet meine Abneigung gegenüber Java noch aus dieser Zeit.
- 2000 - Perl
Ein Intermezzo. Ich habe es schnell hinter mir gelassen.
- 2000 - PHP
Seit nunmehr 10 Jahren mache ich PHP, angefangen bei 3 (4 sollte erst im Laufe des Jahres 2000 erscheinen) über 4 bis hin zu 5. Man könnte sagen, ich habe mein Studium vernachlässigt, um PHP programmieren zu können. Was habe ich da nicht alles an Code ausgespuckt: Newssysteme, Communities, Foren, sogar eine Art Wirtschaftssimulation. Zum Glück gibt es das heute alles nicht mehr. Der Code war furchtbar. Über PHP habe ich dann auch den Einstieg ins Berufsleben gefunden, und es begleitet mich bis heute. Ich möchte sagen: mein Code heute ist ganz ansehnlich. Wobei das in einer Perspektive von in 10 Jahren wahrscheinlich ganz anders ausschaut. 
- 2002 - Visual Basic
Im Rahmen meines Praktikums habe ich eine Produktmanagement-Software in Excel(!) bei T-Systems refactored. Mangels ausreichend Zeit meines damaligen Betreuers habe ich nebenher viel PHP programmiert...
- 2005 - Java
Nochmal Java? Ja, aber diesmal richtig. Wirklich mit anfreunden habe ich mich aber trotzdem nicht können.
- 2005 - XSLT
Gewissermaßen eine Art Hassliebe. Ich finde es furchtbar, aber ich liebe es weil es eine echte Trennung von Layout, Content und Logik ermöglicht. Deshalb ist es auch in Stubbles drin.
- 2009 - Ruby
Lernen ist hier wahrscheinlich zu viel gesagt. Ich habe drei Bücher hierzu gelesen, um mein Fazit: gefällt mir nicht. Ich will Klammern!
- 2009 - Groovy
Hauptsächlich wegen Grails. Fazit: gefällt mir nicht so recht, das mag aber auch hauptsächlich an Grails gelegen haben. Und das man mit Groovy die Fehler wiederholt, die heute in PHP keiner mehr macht, nämlich Vermischung von Logik und Layout.
- 2009-2010 - Scala
Seit kurz vor Weihnachten bin ich dabei, mich in Scala einzuarbeiten. Ein wirkliches Urteil kann ich noch nicht abgeben, bislang habe ich sowohl Dinge gefunden die mir gefallen als auch Sachen, die ich eher negativ einschätze.
Außerdem liegt hier noch ein Buch zu C# auf dem Tisch.
Habe ich nun jedes Jahr eine neue Programmiersprache gelernt? Zunächst einmal muss man 1996 und 1997 ausklammern, da habe ich nichts programmiert sondern nur mit einem Tracker herum gespielt. Damit bleiben 13 Sprachen in 14 Programmierjahren. Wohl kein allzu schlechter Schnitt, auch wenn ich bei der einen oder anderen nur an der Oberfläche gekratzt habe.
Donnerstag, 3. September 2009
In den letzten Wochen habe ich lange und viel überlegt, was ich zur Bundestagswahl wählen werde. Nunmehr steht mein Entschluss fest: ich werde die Piratenpartei wählen. Was hat mich zu dieser Entscheidung bewegt, obwohl ich Mitglied der Grünen bin?
Zunächst vorweg gestellt: ich möchte weder dazu aufrufen Piraten zu wählen noch davon abraten die Grünen zu wählen. Diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen, insbesondere unter der Maßgabe, welche Dinge einem persönlich wichtig sind. Ich halte beide für die besten Optionen bei dieser Wahl.
Einer der wichtigsten Punkte, den Grüne dafür anführen sie zu wählen statt der Piraten ist der Umfang des Programms. Alles, was die Piraten fordern sei auch Teil des grünen Programms. Das mag sein und finde ich begrüßenswert - als Argument für die Wahl taugt es aber nicht. Auf Grund der Ereignisse der vergangenen Jahre und Monate ist mir dieser zentrale Punkt so wichtig, dass ich gewillt bin, alles andere hinten an zu stellen: "Freiheit ist nicht alles, aber ohne Freiheit ist alles nichts." Ich persönlich sehe unsere Freiheit als hochgradig gefährdet an, aus zwei Richtungen.
Die eine Richtung ist der sogenannte Kampf gegen den Terror (wahlweise: organisierte Kriminalität, $PLATZHALTER_BEDROHUNG), dem immer öfter Bürgerrechte, Freiheit und Privatsphäre geopfert werden, ohne dass damit die angebliche Gefährdung auch nur ansatzweise verringert wird. In vorauseilendem Gehorsam geben wir das auf, was unsere Gesellschaft ausmacht. Vermeintliche Terroristen erreichen somit ihr Ziel völlig ohne Kampf, und man muss sich die Frage stellen, ob Innenpolitiker für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nicht wesentlich gefährlicher sind als Terroristen.
Die andere Richtung ist nicht minder gefährlich: unter dem Vorwand des Artikels 1 Grundgesetz ("Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.") und eines vermeintlichen Schutzauftrags des Staates gegenüber den Bürgern werden immer neue Gesetze und Regelungen erlassen, welche Grundrechte und Freiheiten einschränken. Die Pervertierung des Artikels 1 treibt immer neue Blüten, die letzte davon das sogenannte Zugangserschwerungsgesetz. Die Falschauslegung muss gestoppt, der Kern der Aussage deutlicher hervorgehoben werden: Der Staat hat alles zu unterlassen, was die Menschenwürde beeinträchtigen könnte. Von vorauseilendem Schutz entsprechend des aktuellen Zeitgeistes war nie die Rede.
Keine Partei vertritt Bürgerrechte und Freiheit so konsequent wie die Piraten, während diese Themen bei CDU und SPD nicht von Belang sind, für die FDP hauptsächlich Verhandlungsmasse bei Koalitionsverhandlungen und für die Grünen ebenfalls leider keine unbedingte Grundlage. (Von der Linken spreche ich erst gar nicht, diese Partei ist weder in diesem Themengebiet noch in irgendeinem anderen eine Alternative und völlig indiskutabel.) Piratenpartei zu wählen ist für mich Ausdruck der Wichtigkeit dieses Themas für mich ganz persönlich, dahinter steht alles andere zurück: "Freiheit ist nicht alles, aber ohne Freiheit ist alles nichts."
Nun könnte man fragen, warum ich mich als Mitglied der Grünen nicht dafür einsetze, die Grünen auf einen entsprechenden Kurs zu bringen? Dafür gibt es letztendlich drei Punkte: Erstens habe ich weder die Zeit noch die Kraft, mich auf diesen langen und beschwerlichen Weg zu begeben. Zweitens ist es extrem effizient: jede Stimme für die Piratenpartei wird die Grünen stärker auf den von mir gewünschten Kurs bringen als ich das je über eine Mitarbeit in der Partei erreichen könnte. Drittens stellt sich die Frage, ob ich mit meinem Stimmentzug den Grünen schade (von der Parteienfinanzierung mal abgesehen). Angesichts des zu erwartenden Wahlergebnisses und des Verhaltens der SPD (Ausschluss einer Koalition mit der Linkspartei und damit Bestandsgarantie für eine Bundesregierung unter Führung der CDU) ist es äußerst unwahrscheinlich, dass die Grünen nach dem 27. September an der Bundesregierung beteiligt sein werden - und damit ist es egal, ob das Ergebnis nachher 11, 12 oder 13% sind.
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Kommentare der Art "Jawohl, Klarmachen zum Ändern, am 27. Piraten wählen" und andere Piraten-Jubelarien bitte ich zu unterlassen, diese gibt es an genügend anderen Stellen im Netz, und ich behalte mir vor solche Kommentare zu löschen. Kommentare, die sich inhaltlich mit meinen Punkten auseinandersetzen sind hingegen gern gesehen.
Sonntag, 14. Juni 2009
Aus genau diesem Grund habe ich die Umstellung meiner Bildergalerie auf Dialog zum Anlass genommen, und dort ein breites Layout eingeführt. Dadurch können die Bilder größer sein. Und ich kann demnächst die Software meiner Home-Seite migrieren, ohne die Bildergalerie selbst neu implementieren zu müssen. Da gibt es dann vielleicht auch ein breiteres Layout - wenn sich denn keine wichtigeren Projekte vordrängeln.
Dialog auf dem Hosting-Paket meines Providers zum Laufen zu bringen war auch nicht so einfach. Notwendig war:
- Ein Tarifwechsel, um eigene php.ini-Dateien konfigurieren zu können. Aber das hatte ich ohnehin irgendwann vor, zumal der neue Tarif genausoviel kostet wie der alte.
- Die Bereitstellung einer alternativen getallheaders()-Funktion, denn die wird vom XP-Framework vorausgesetzt, ist jedoch nicht bei der cgi-Version wie sie bei meinem Provider zum Einsatz kommt dabei.
- Das Setzen von Umgebungsvariablen für den Apache wird vom Provider nicht unterstützt. Eine Hack mit Modifikation der RewriteRules von Dialog und etwas PHP-Code in der index.php umschiffen auch diese Klippe.
Das ich dann noch eine deutsche Sprachversion haben wollte (das ist hier schließlich eine .de-Domain) macht es dann noch notwendig, die Texte in den XSL-Dateien zu modifizieren. Dafür wäre eine schönere Lösung wünschenswert - z.B. die Möglichkeit, parallel mehrere Sprachversionen zu betreiben.
Sonntag, 24. Mai 2009
Interview der Frankfurter Rundschau mit Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages, u.a. zum Thema von Volksabstimmungen:
[...] könnten plebiszitäre Elemente die Bürger nicht enger mit der Demokratie verbinden?
Das glaube ich nicht. Jedenfalls übersieht auch diese Argumentation die absehbaren Nebenwirkungen. Man muss sich nur fragen, welche der großen Richtungsentscheidungen dieser Republik wohl ein Plebiszit überstanden hätten - vom Beitritt der Bundesrepublik zur Nato über die Einführung der Wehrpflicht, den Nato-Doppelbeschluss bis zur Einführung des Euro. Von der Serie der Reformverträge der Europäischen Gemeinschaft will ich gar nicht reden. Diese Republik sähe anders und vermutlich nicht besser aus, wenn sie plebiszitär organisiert wäre.
Ja, diese Republik sähe tatsächlich anders aus, aber wäre das so schlimm wenn sich dann mehr Menschen mit ihr identifizierten? Volksabstimmungen erfordern mehr Erklärungen und Erläuterungen von Politikern, warum für dieses oder jenes gestimmt werden soll. Dass Politiker sich dazu nicht in der Lage sehen oder das nicht wollen, ob aus Bequemlichkeit oder anderen Gründen, ist schlimm genug. Als Argument gegen Volksabstimmungen taugt es jedoch nicht - Unzulänglichkeit der Politiker kann kein Grund für eine unzulängliche Demokratie sein.
Aber es geht noch weiter:
Also sind die Bürger zu dumm für wichtige Entscheidungen?
Nein. Aber ich glaube, dass wir für politische Entscheidungen das gleiche Mindestmaß an Professionalität sicherstellen müssen, wie man es in jedem anderen Lebensbereich von der Autowerkstatt bis zum Zahnarzt für unverzichtbar hät.
Übersetzt: Ja, die Bürger sind zu dum, und nur wir Politiker sind in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Nur zur Erinnerung, wer Norbert Lammert ist: aktuell der zweithöchste Repräsentant der Bundesrepublik und Präsident der gewählten Volksvertreter im Bundestag.
Und die gleichen Typen wundern sich dann über Politikverdrossenheit.
Samstag, 2. Mai 2009
Oben genanntes Ereignis nähert sich dieses Jahr zum 70. Mal - genauer gesagt der Beginn desselbigen. Was liegt also näher, als dieses Ereignis gebührend zu würdigen? Zum Beispiel mit der "Anniversary Edition" einer Dokumentation über den Zweiten Weltkrieg. Schon die Kurzbeschreibung klingt fast so, als wäre alles eine große Party gewesen damals: "Ein Muss für alle die es miterlebt haben [...]".
Montag, 27. April 2009
Heute am Kinderkarrussel: Ein Kinderlied zur Melodie von "Like a virgin".
Apropos: Gehört ihr zu den 20% der versierten Internetnutzer? Dann seid ihr zum Teil schwer Pädokriminelle. Da spricht die Leyen und der Fachmann wundert sich.
Donnerstag, 9. April 2009
Samstag, 28. März 2009
Schreibt jedenfalls die örtliche CDU auf ihre Wahlplakate anlässlich der am 7. Juni ins Haus stehenden Kommunalwahl - und erklärt nicht, was sie denn nun können. Verarschen? Schädigen? Den Buckel runter rutschen?
Sonntag, 15. Februar 2009
Nicht alle scheinen sich in der Finanzkrise zu befinden - ganz im Gegenteil, hat Twitter doch neue Investoren auftreiben können, die über 35 Millionen Dollar Risikokapital bereitstellen. So stark kann die Krise also gar nicht sein, wenn es immer noch Menschen gibt, die bereit sind 35 Mio einfach so aus dem Fenster direkt ins Lagerfeuer zu werfen.
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